Schnarchen
Schnarchgeräusche sind laut und störend, manchmal wecken sie sogar selbst den Schlafenden. Mit zunehmenden Alter schnarcht die Mehrheit der Männer und fast 50% der Frauen. Aber auch schon im frühen Kindesalter kommt Schnarchen vor. Eine Behandlung ist angeraten, wenn es beim Schnarchen zu einer verminderten Sauerstoffversorgung oder Atemaussetzern und in der Folge zu Störungen des Schlafes kommt, die Auswirkungen auf die Belastbarkeit tagsüber haben.
Wir finden die Ursache und verhelfen Ihnen zu einem besseren und gesünderen Schlaf.
Wie entsteht das Schnarchgeräusch?
Schnarchen entsteht durch Atemluft, die in den oberen Luftwegen, also Nase, Nasenrachen, Mundhöhle, auf erhöhten Widerstand trifft, z.B. durch vergrößerte Rachenmandel (Polypen) oder sehr große Gaumenmandeln, aber auch durch bestimmte Hormonkonstellationen. Das typische Schnarchgeräusch wird dann hervorgerufen durch Vibrationen des Gaumensegels, Zäpfchens oder anderer Weichteile, die bei geöffnetem Mund im Rachenbereich entstehen, wenn sich die Muskulatur während des Schlafes entspannt.
Schlafbezogene Atmungsstörungen
Bei der sogenannten Obstruktiven Schlafapnoe (OSA) treten während des Schlafes wiederholt komplette Verschlüsse der oberen Atemwege auf und es kommt in der Regel zu einem Absinken des Sauerstoffgehaltes im Blut. Das Risiko für Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall steigt. Zwischen dem Schnarchen und der Obstruktiven Schlafapnoe gibt es Übergänge, das obstruktive Schnarchen, hierbei kommt es auch zu einem Abfall der Sauerstoffsättigung im Blut.
Wie äußern sich die Schlafstörungen?
- Lautes und unregelmäßiges Schnarchen
- Tagesmüdigkeit
- Einschlafneigung bei Tage
- Konzentrationsstörungen
- Morgendlicher Kopfschmerz
- Nächtliche Atempausen
- Intellektueller Leistungsverfall
- Abgeschlagenheit.
Wie diagnostizieren wir Schlafstörungen in unserer Praxis?
Wir führen eine vollständige HNO-ärztliche Untersuchung durch, einschließlich Endoskopie des Nasen-Rachen-Raumes und ergänzen dies durch eine ausführliche Erhebung der Krankengeschichte mit Hilfe eines standardisierten Schlaf-Fragebogens.
Zur weiteren Differenzierung der Schlafstörung machen wir sogenannte ambulante polygraphische Untersuchungen, für die der Patient ein Aufzeichnungsgerät für eine Nacht mit nach Hause nimmt, welches während seines Schlafes schlafmedizinisch relevante Parameter aufzeichnet.
Am nächsten Morgen erfolgt die Auswertung der aufgezeichneten Ergebnisse in der Praxis. Bei ausgeprägten Atemaussetzern erfolgt die Überweisung an ein entsprechendes Schlaflabor.
Wie therapieren wir?
1. Konservative Behandlung: Schlafshilfmittel oder Verhaltensänderungen
- Versorgung mit einer Schnarchschiene
- Körperpositionsveränderung durch sog. Schnarchverhinderunsgweste
- Nächtliche Überdruckbeatmung mit einer Atemmaske (CPAP) sog. Goldstandard bei Schlafapnoe
- Gewichtsreduktion
- Verzicht auf Alkohol vor allem am Abend
- Verzicht oder Reduktion von Beruhigungsmitteln und andere Müdigkeit auslösende Medikamente
- Regelmäßiges Einhalten von ausreichenden Schlafzeiten in guter Schlafumgebung (Schlafhygiene)
2. Operative Behandlung
- Verbesserung der Nasenatmung
- operative Entfernung vergrößerter Rachenmandeln
- operative Entfernung vergrößerter Gaumenmandeln
- Zäpfchen-Gaumenschleimhautplastik
Therapieziel des Eingriffes ist, den Schleimhautüberschuss im Bereich des weichen Gaumens unter Schonung der Muskeln zu reduzieren. Durch die resultierende Narbenbildung kommt es zu einer Versteifung des Gaumenbogens und damit zu einer Verhinderung des Kollapses im Velumbereich. Diese Operation lässt sich sehr gut und schonend auch mit dem Laser durchführen, allerdings mit geringeren Erfolgsaussichten. Ein konventioneller Folgeeingriff bleibt aber möglich.





